
Christoph Vogel (links) begrüsst die Akteure an der Betriebsbesichtigung Daniel Knecht, Roland Saner und Stefan Graber.
Das Re-Center Fricktal in Frick funktioniert wie McDonald’s – jedoch mit einem entscheidenden Unterschied, wie an der Betriebsbesichtigung von Gewerbe Region Frick vorgeführt wurde. Dominik Senn
Einer schönen Tradition folgend, lud das Gewerbe Region Frick zur jährlichen Betriebsbesichtigung ein. Diesmal war das Re-Center Fricktal an der Reihe und Gewerbe- Präsident Christoph Vogel freute sich über die grosse Beteiligung von über 50 Personen, die sich bereits zur Begrüssung an einem vom Re-Center offerierten Aperitif gütlich tun konnten.
Im September 2010 wurde der neue Entsorgungspark auf dem unteren Niveau der Recyclinganlage in Betrieb genommen, wie Daniel Knecht, Verwaltungsratspräsident der Knecht Brugg Holding AG erklärte. 1991 sei das Re-Center für professionelle Entsorger mit Muldentransporten eröffnet worden, und zwar auf dem oberen Niveau. Ab 1995 habe Knecht nach und nach die Tore auch für Privatkundschaft geöffnet und nach Investitionen in Millionenhöhe den Entsorgungspark für Privatkunden in Frick eingerichtet.
Die Daetwiler AG wurde vor elf Jahren von der Knecht Holding AG übernommen und betreibt als «Gesamtentsorger und Profi-Recycler» das ihr eingegliederte Re-Center, wie Geschäftsführer Roland Saner erläuterte. Derzeit werde ausser Hauskehricht beinahe alles angenommen. Man sei bestrebt, sich in absehbarer Zeit bei Sonderabfällen wie Lösungsmittel und Farben sowie bei Kunststoffen zu positionieren. Die Tonnagen an Altpapier, Karton, Glas und Baustoffen bewegen sich jährlich jeweils in einen niedrigen fünfstelligen Bereich. Im Re-Center sind derzeit 15 Personen beschäftigt, darunter mit Jonas Obrist der erste Lehrling für den neuen Beruf des Recyclisten. Die Lehre dauert drei Jahre.
Wie die Annahme der «Wertstoffe », davon und nicht von Abfall spricht man in der Branche, funktioniert, demonstrierte Betriebsleiter Stefan Graber mit zwei seiner Helfer: Man fährt mit dem Auto wie bei McDonald‘s ins Drive-in ein, mit dem Unterschied, dass man nichts kriegt, sondern etwas ablädt. An der Waage macht der Waagmeister die Triage (kostenlose Ware, kostenpflichte und beides). Gewogen wird bei kostenpflichtiger Ware und bei beidem; ist beides vorhanden, wird die kostenlose Ware gewogen und dann alles entsorgt und die Differenz in Rechnung gestellt. Damit hat der Kunde die Gewähr, dass er nur für die kostenpflichte Wertstoffe bezahlt. Bis heute bringen täglich im Schnitt 100 Kunden täglich Ware; die Abfertigungs- Kapazität beträgt rund 150 Kunden innert vier Stunden.
Bericht und Foto: Dominik Senn, NFZ


