Das Gewerbe der Region Frick-Laufenburg soll sich auch an der nächsten Expo – sie findet im Herbst 2014 statt – in Welten präsentieren. Dies zeigt eine Umfrage der NFZ 100 Tage nach der Gewerbeschau bei acht der 154 Aussteller. «Das Weltenkonzept ist aus unserer Sicht ein ‹Muss›», erklärt stellvertretend Jürg Müller von der KSL Ingenieurbüro AG. Schwer abschätzten lässt sich für die meisten Betriebe, wie sich die Gewerbeschau auf die Verkaufszahlen ausgewirkt hat. Für die nächste Expo wünschen sich die Firmen ein verbessertes Feintuning sowie eine einheitlichere Qualität der Welten.

Die «EXPO11 11» war mit 35'000 Besuchern ein Publikumsmagnet.
Mit der «Expo 11» beschritt das Gewerbe Region Frick-Laufenburg einen neuen Weg. Statt in Einzelboxen präsentierten sich die 154 Betriebe an der Fricker Gewerbeausstellung in 28 Welten. Hat sich das neue Konzept bewährt? Hat sich der Mehraufwand gelohnt? Wie sieht die «Expo 14» aus? Ein Rückblick mit Ausblick beim OK und acht Ausstellern 100 Tage nach der Messe.
Für Franziska Bircher, OK-Präsidentin aus Leidenschaft, ist klar: Der markante Mehraufwand, den das zwölfköpfige OK leisten musste, «hat sich mehrfach gelohnt». Zum einen «durften wir eine Rekordteilnahme bei den Ausstellern verzeichnen», zum anderen «hat uns der Besucheraufmarsch, trotz Hela und Ferienzeit, positiv überrascht». In Zahlen: Rund 35 000 Besucher strömten an den drei Ausstellungstagen anfangs Oktober auf das Expo-Gelände bei der Schulanlage Ebnet in Frick. Sie habe, so Bircher weiter, «viele positive Rückmeldungen » von Ausstellern wie Besuchern erhalten. Einige Besucher seien gar an allen drei Tagen an die Expo gekommen. Summa Feedbacksummarum: «Das Wagnis der Konzeptänderung hat sich absolut gelohnt. »
Entsprechend ist für Franziska Bircher, die auch auf dem «Expo 14»- Schiff auf der Kommandobrücke stehen wird, klar: «Wir werden das Weltenkonzept für die nächste Gewerbeschau beibehalten.» Das OK werde aber das Konzept aufgrund der eigenen Erfahrungen sowie der Feedback- Blätter, welche die Aussteller und viele Besucher ausgefüllt haben, weiterentwickeln.
Dass man mit dem Welten-Konzept auf dem richtigen Weg ist, bestätigen auch die befragten Gewerbebetriebe. «Das Weltenkonzept ist aus unserer Sicht ein ‹Muss›», erklärt Jürg Müller, GL-Mitglied der KSL Ingenieurbüro AG in Frick und Mumpf. «Wir haben nach langer Zeit aufgrund dieses Konzeptes wieder mitgemacht. » Grundlegende Veränderungen brauche es nicht. Eine Einschätzung, die Werner Meng von der Blue Bird Mode GmbH teilt. «Das Konzept sollte beibehalten werden.» Es gelte jedoch, die in den Fragebögen aufgeführten Mängel zu beseitigen. Daneben, davon ist man beim Restaurant Post in Bözen überzeugt, «kommen Veränderungen von selber».
Leichteres Knüpfen von Kontakten
Als «relevanten Vorteil» sieht man bei Möbel Brem in Frick, «dass der Kunde beim Eintritt in die Welt automatisch in unserem Stand drin war». Das Knüpfen von Kontakten sei so deutlich leichter gefallen.
Im Auge behalten müsse man indes «die Frage von Aufwand und Ertrag », meint Markus Kunz von der Bäckerei Kunz in Frick. «Mit den finanziellen Mehraufwendungen durch das Weltenkonzept und der relativ hohen Standgebühr kommt der eine oder andere an die Grenzen des Möglichen.»
Wie alle Befragten ist auch Daniel Fürst von der Fürstlichen Weinkultur in Hornussen überzeugt, dass sich die Mehrarbeit ausbezahlt, «denn man kann sich einfach besser präsentieren ». Allerdings, so mahnt der Winzer, «darf die Ausstellung nicht grösser werden». Denn: «Die Regionalität ist sehr wichtig.» Zudem «ist die Expo für die Besucher mit ihrer Grösse an der oberen Grenze», weiss René Leuenberger von der Gärtnerei Leuenberger in Laufenburg aus Gesprächen mit Welten-Besuchern.
Mehr Werbung in den Regionen Brugg und Aarau für die Expo wünscht sich Peter Frey von Frey Uhren in Frick. Eine Verbesserung beim Feintuning erwartet man bei Möbel Brem. «Unsere Welt war selbst am Donnerstagmittag noch nicht bezugsbereit, da man einen Gang mitten durch unsere Welt gemacht hatte», nennt das Einrichtungshaus ein Beispiel.
Auf die Frage, ob das neue Konzept zu einem höheren (Verkaufs-)Erfolg geführt habe, fallen die Antworten unterschiedlich aus. «Es wurden massiv mehr Verkäufe getätigt», erklärt Peter Frey. Pascal Brem dagegen glaubt nicht, «dass der Besucher sich des Unterschieds wirklich bewusst war», denn «schliesslich gibt es seit längerem Gemeinschaftsstände». Jürg Müller wurde zwar häufig auf die Expo angesprochen. «Der Erfolg ist aber sehr schwer abschätzbar.»
Unterschiedliches Weltenniveau
Ebenfalls von «durchwegs positiven Rückmeldungen» berichtet Markus Kunz. Ob und wie stark sich dies auf das Alltagsgeschäft auswirkt, kann er im Moment noch nicht beurteilen. Der Bäckermeister hat bei seinem Rundgang durch die Ausstellung zudem eines festgestellt: Nicht alle Welten sind gleich gut gebacken. Will heissen: «Ich persönlich fand, dass es etwa fünf tolle, stimmungsvolle Welten hatte.» Daneben habe er aber auch Welten gesehen, «die nicht als Einheit und zum Teil lieblos daherkamen».
Das sehr unterschiedliche Niveau der verschiedenen Welten ist auch anderen Ausstellern aufgefallen. Es wird nun am OK liegen, Mittel und Wege zu finden, damit die Welten bei der nächsten Expo zwar in ihrer Individualität weiterhin uneingeschränkt, in ihrer Qualität aber einheitlicher daherkommen.
Zudem gilt es, zumindest mittelund langfristig, auf zwei Fragen Antworten zu finden. Erstens auf die Frage, ob die «Expo» auch künftig auf dem Schulgelände stattfinden soll. Und zweitens, ob und wie man die Expo und die Hela bei zeitgleicher Durchführung (beide sind auf die Herbstferien terminiert) verbinden kann.
Zu der Frage nach dem Standort hat René Leuenberger, Vorstandsmitglied bei Gewerbe Region Frick-Laufenburg, eine klare Antwort: «Der Standort ist ausgereizt», ist er überzeugt. «Wenn wir die Expo weiterentwickeln wollen, müssen wir ihn hinterfragen. » Auf die nächste Ausstellung, das sieht René Leuenberger wohl nicht unrealistisch, «wird es aber kaum reichen und sie wird nochmals im Ebnet über die Bühne gehen.»
Ebenfalls eine klare Meinung hat Leuenberger, der 2011 erstmals an der Expo in Frick teilnahm, zur Expo- Hela-Frage: «Wir müssen die beiden Anlässe miteinander verknüpfen», also dafür sorgen, dass die Chilbibesucher aus Laufenburg in die Gewerbewelt in Frick eintauchen und sich die Fricker Gewerbeschauer ins Laufenburger Chilbivergnügen stürzen. Dieser Wechsel zwischen den beiden Welten könnte ein Pendelbus zwischen Laufenburg und Frick erleichtern.
Text: Thomas Wehrli, NFZ
Foto: christopher gmuender photographie


